Sonntag, 13. Dezember 2020
Rehfell
Gestern bot sich mir die Gelegenheit, selber ein Reh aus der Decke zu schlagen und das Fell zu bekommen...



Ich weiß, dass es "ungünstig" ist, die Winterdecke samt Haaren zu gerben - ausprobieren mag ich es trotzdem ☺️.

Die Idee war, es mit Hirngerbung zu versuchen.
Das Ausschlagen hat gut geklappt, beim Aufbrechen des Schädels (um an das Hirn zu kommen) bin ich gescheitert - da war ich zu "gehemmt" - vielleicht trau' ich mich beim nächsten Mal....

Mittlerweile ist das Fell entfleischt, einigermaßen sauber und aufgespannt zum Trocknen.
Ich muss die Haut noch stärker abschaben, bevor ich es mit einer Ei, Öl und Seifengerbung weiter verarbeite...

Die ersten Begegnungen mit Hirschausfliegen fanden bereits statt -Fazit: lieber im Sommer und definitiv im Freien 😇

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 11. Dezember 2020
Menschen meines Stammes
"Die Menschen meines Stammes
sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht aus innerer Größe und haben ein Strahlen in den Augen.
Sie halten sich weder für besser noch erleuchtet.
Sie sind durch ihre eigene Dunkelheit gegangen
und haben ihre Schattendämonen erkannt und angenommen.
Zwar wissen sie wohl, was ihnen angetan wurde
und welche Fehler sie selbst begingen.
Doch haben sie ihre Scham abgelegt und ihre Wut befreit.
Sie haben die alten Ketten gelöst,
indem sie die Nabelschnur durchtrennt und die Vergebung vollbracht haben.
Weil sie nichts mehr verbergen wollen, sind sie offen und klar
und manchmal herb wie ein Heilkraut.
Weil sie nichts mehr verdrängen müssen,
sind sie voll Energie und Begeisterung fürs Dasein.
Die Menschen meines Stammes haben das Heilige Feuer wiedergefunden:
Das Feuer der Lebenslust in Bauch und Becken,
die Flamme der Liebe im Herzen und das spirituelle Licht in ihrem Geist.
Sie kennen die ungezähmte Kraft der Wilden Frau und des Wilden Mannes in sich
und haben keine Angst davor.
Sie halten nichts für selbstverständlich und würdigen ihre Mitmenschen durch Dank.
Sie sind nicht leichtgläubig, sie vertrauen ihren Fähigkeiten
und folgen ihrem Herzwissen und Hausverstand,
um ihre eigenen Erfahrungen zu machen.
Sie nützen die Stille und lauschen dem Atem, um sich zu sammeln
und sich wiederzufinden, falls sie sich im Rausch des Lebens verloren haben.
Die Menschen meines Stammes sind nicht perfekt,
doch streben sie nach einer Vollkommenheit der Liebe zu allem Lebendigen
und nach Wahrhaftigkeit im Ausdruck.
Wenn sie oder ihre Freunde Fehler machen, sind sie ehrlich und fair
und beginnen von Neuem mit Humor und Vertrauen.
Sie lieben es, zu teilen und sich mitzuteilen, zu geben und zu empfangen.
Sie müssen nicht immer stark sein und können auch eine Bitte aussprechen.
In Zeiten von Schwäche bewahren sie ihre Selbstachtung
und gehen liebevoll mit sich und anderen um.
Als friedvolle Krieger kämpfen sie mutig und solidarisch gegen Not und Unrecht.
Sie sind gegen jede Form von Unterdrückung, Rassismus und Gewalt
und verschließen sich nicht vor dem Fremden.
Sie begegnen einander auf Augenhöhe
und achten die Eigenart jedes einzelnen Menschen.
Sie konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.
Mit Herz, Hirn und Hand sorgen sie für das Wohl aller Kinder.
Die Frauen und Männer meines Stammes verstehen zu genießen.
Sie gehen gern barfuß, haben ein warmes Herz und lieben innig und leidenschaftlich.
Sie wissen, dass sie einst sterben werden.
Daher sind sie sich bewusst der Kostbarkeit des heutigen Tages
und drücken durch Worte und Berührung aus,
was sie denken und fühlen gegenüber den Menschen, die ihnen wichtig sind.
Getrennt von ihren Lieben, können sie gut mit sich allein sein
und wissen sich mit allen Wesen der Erde im Kern verwandt.
Trotzdem sehnen sie sich nach dem Stamm
ihrer Seelenschwestern und Seelenbrüder,
so wie ich, Lachender Rabe.
Ich freue mich darauf, Dich (wieder) zu sehen."

Gerhard Lipold
(aus dem Buch ONE EARTH SONGS)

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Samstag, 5. Dezember 2020
Gleichzeitigkeit
Alles und nichts SEIN
im selben Moment
Voll Gleichmut und Glück
bin ich mir und Allem nah
Verbunden im endlosen Kreislauf
von Leben und Tod und Auferstehung
Eins mit der Schöpfung
voll Vogelsang und Seelenklang
Geführt und berührt an jedem
einzelnen Tag dieses wundervollen Lebens

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Donnerstag, 3. Dezember 2020
Mei Liab
Grias Di, mei Liab
mei liab Kindl Du bist.
Mog di hoidn
und trogn,
do sa und doa,
wos oiwei du brauchst.
Woam und stoag
steh i do und dua,
wos du brauchst.
Bist in meim Herz,
kann goa ned aus.
Bleib' oiwei do und
bring' di nach Haus.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Samstag, 28. November 2020
Winterschlaf
Kalt und weiß liegt die Winterwelt vor mir
Eingehüllt und geborgen in
seligem Da-Sein kehre ich nach Innen
und ziehe mich zum Winterschlaf zurück

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Donnerstag, 26. November 2020
Dunkelheit
Es ist noch ganz dunkel
Dichter Nebel hängt zwischen den Bäumen
Kein Laut ist zu hören
Die Vögel schlafen noch
Wohlig geborgen wickle ich mich ein
und atme die kühle Luft
Ein neuer Tag im Wald liegt vor mir

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren